Im Wald

In den Wochen nach meiner Rücken OP durfte ich zu Hause zwar einige Übungen zur Regeneration und Förderung der Beweglichkeit machen, aber fast noch wichtiger ist jeweils das einfache Laufen.

Da man ja meist den Rücken, oder in meinem Fall das rechte Bein irgendwie zu entlasten versucht weil der konstante Schmerz fast unerträglich ist, muss man erst wieder lernen, den Körper gleichmässig zu belasten.

Ich spazierte also, erst nur ganz langsam und kurze Strecken rund ums Haus, dann immer etwas weiter. Bis ich schliesslich endlich wieder bis in den Wald gehen konnte. Der ist zwar wirklich nicht weit weg, normalerweise keine fünf Minuten zu Fuss. Aber die Welt schrumpft kurzzeitig, wenn man jeden Schritt bewusst und konzentriert machen muss…

Doch nun klappts wieder sehr gut, ich kann bereits wieder eine Stunde laufen. Und gehe im Sommer halt am liebsten in den Wald.

Wie ich auch schon geschrieben habe, ich bin kein Sommermensch. Ab 25 Grad fühle ich mich nicht mehr wohl. Mein Kreislauf spukt dann, ich kriege schnell Kopfschmerzen und schlafe schlechter. Vor allem, wenn die Luftfeuchtigkeit noch zusätzlich hoch ist. Bin halt ein richtiger „gemässigtes-Klima-Mensch“… Keine guten Zukunftsaussichten für mich und meinesgleichen..

Doch im Wald halte ich auch hohe Temperaturen besser aus. Zwar ist die Luft oft auch sehr feucht, doch es ist erträglicher.

Gerade dieses Jahr sitze ich dann oft mal auf einer Bank oder einem Stein und geniesse die Geräusche und die Luft, die so einzigartig ist und danke im Stillen, dass wir hier keine so katastrophalen Waldbrände haben!

Gerade im Süden, die immer öfter von Hitzewellen geplagt werden, fallen nun viele natürliche Kühlsysteme weg. Sind einfach abgebrannt. Brauchen Jahrzehnte, bis sie wieder, wenn überhaupt, ihre natürlich Aufgabe übernehmen können..

Und wie oft werden die Brände mutwillig von Menschenhand verursacht, nur um Bauland oder Weidefläche zu gewinnen. Ohne Rücksicht darauf, wie viele Tiere in den Flammen elend umkommen oder wie einer ganzen Landschaft nachhaltig geschadet wird. Oftmals ungestraft. Nach dem Motto, jetzt ist er Wald ja eh weg, dann können wir ja auch die Fläche zubetonieren…

So ergibt sich dann ein Teufelskreis aus Hitze, Dürre, weiteren Bränden in den Jahren danach… Und dann rumlamentieren und Staatsgelder fordern…

Ich sitze also dankbar im Wald, atme tiiief ein und geniesse die etwas kühlere Luft hier.. Wie die Sonne mit dem dichten Blätterdach kämpft und es trotzdem nur einige Strahlen bis zum Boden schaffen.

Dennoch schlummert tief in meinem Inneren die bange Frage, ob unser Wald nächsten Sommer wohl auch schon von Bränden betroffen sein wird…

Drum nehme ich nochmals alle Eindrücke doppelt auf und versuche sie in meinem Hirn festzukleistern…

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