„Wieder keine Verlängerung der Ladenöffnungszeiten“

“ Zum wiederholten Mal lehnen die Basler Stimmberechtigten eine Ausdehnung der Ladenöffnungszeiten ab“

* Bericht der BaZ vom heutigen Abstimmungs-Sonntag 25.11.2018 *

Ich versuche gerade herauszufinden, ob ich mich mehr über die Entscheidung der Basler Stimmberechtigten freuen oder über die bürgerlichen Politiker und Arbeitgeberverbände aufregen soll…

“ Dauerbrenner der Politik :“
„Der Ladeschluss ist in Basel ein Dauerthema: Bürgerliche wollen den von Einkaufstourismus, Frankenstärke und Onlinehandel gebeutelten Detailhandel mit längeren Öffnungszeiten attraktiver machen und Arbeitsplätze retten.“

Wenn’s nicht zum heulen wär, wäre es zum lachen!
Es ist immer die selbe Leier! Schon vor x Jahren, als die Ladenöffnungszeiten liberalisiert wurden hat man den Leuten Weis gemacht, dass mit längeren Öffnungszeiten Arbeitsplätze gerettet und sogar welche geschaffen werden würden..

Nur, was dann geschah war eine schlichte Verlagerung. Und zwar in allen Bereichen.

Die längeren Öffnungszeiten hatten zur Folge, dass sich der Kundenfluss einfach über eine längere Zeit verteilte. Diejenigen, die sonst gestresst über Mittag einkaufen gingen, kamen jetzt einfach genauso gestresst abends nach der Arbeit. Und die üblichen Verdächtigen, die vorher immer kurz vor 18.30 Uhr reinstolperten um „sich nur ein bisschen umzuschauen“ , kamen ab dann einfach kurz vor 20.00 Uhr.

Auch das Märchen von mehr Arbeitsplätzen ist und bleibt was es ist. Eine Augenwischerei. Punkt.
Auch hier gab es einfach eine Verlagerung der Arbeitszeiten. Zusätzliche Mitarbeiter wurden kaum oder gar nicht eingestellt. Und wenn, dann Teilzeit, damit man nach Belieben mit den Einsatzzeiten runter- oder rauffahren konnte.

Von den Problemen im sozialen Umfeld der MA will ich gar nicht erst gross anfangen zu diskutieren! Und ich sage nur Öffnungszeiten beim Kinderhort…

Wir kennen das mittlerweile zur Genüge. Gerade Mitarbeitern in grösseren Warenhäusern werden vermehrt Doppelschichten aufgehalst.
Arbeitszeiten von 10 bis 20 Uhr sind bei weitem keine Seltenheit mehr. Bei „Special Events“ auch gerne mal bis 22 oder 23 Uhr…
Sogenannte natürliche Abgänge werden nicht mehr ersetzt, was den verbleibenden Leuten noch mehr Arbeit beschert…

„Linke befürchten derweil mehr Druck fürs Personal, da die Chefs die Schichten bestimmten und so die verfügbare Freizeit schwinde. Zudem litten kleine Läden wegen höherer Personalkosten ohne steigende Umsätze, warnten sie im Parlament mit Verweis auf Erfahrungen im liberalisierten Baselbiet. Heute werden in Basel die legalen Öffnungszeiten fast nur von grossen Läden voll ausgenutzt.“

Da lässt sich eigentlich nur noch ergänzend sagen, dass dies nicht nur Linke befürchten.
Auch politisch eher in der Mitte stehende, aber mit ein bisschen gesundem Menschenverstand gesegnete Leute befürchten dies.

Und sehen dies auch!

„Zuletzt hatte das baselstädtische Stimmvolk 2013 eine Verlängerung der Ladenöffnungszeiten um zwei Stunden samstags an der Urne deutlich abgelehnt, mit 59,7 Prozent Nein-Anteil. Schon 2002 hatten sich die Stimmberechtigten gegen eine Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten ausgesprochen.“

Hmmmm, mal überlegen…. Was wollen die Stimmberechtigten damit wohl zum Ausdruck bringen……..

LASST DIE ÖFFNUNGSZEITEN WIE SIE SIND!!!!!

 

 

Ach ja und liebe „Bürgerliche“ Politiker, das mit der direkten Tramlinie nach Deutschland vor fast genau 4 Jahren war ja auch so eine tolle Idee, gell…. Die ja vor allem für die Pendler aus den grenznahen Gebieten nach fast 60 Jahren wieder eröffnet wurde..
Schockierend, dass Einkaufstouristen dies nun ausnützen! Wer hätte dies denn ahnen können..?!?
Und jetzt mit längeren Öffnungszeiten gegen Arbeitsplatzverluste argumentieren? Ist es vermessen, Euch Scheinheiligkeit gepaart mit ziemlich viel Bürgerverarschungspotenzial zu unterstellen?

Wer Interesse hat, die beiden Artikel der Baz nachzulesen:

https://bazonline.ch/basel/stadt/wieder-keine-verlaengerung-der-ladenoeffnungszeiten/story/26133715

https://bazonline.ch/basel/stadt/Tramlinie-8-BaselWeil-offiziell-eingeweiht/story/26120844

 

2 Kommentare

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  1. Egal, wie lange die Läden geöffnet haben. Es wird immer Kunden geben, die 5 vor Schluß noch Socken kaufen müssen 😉 Die Öffnungszeiten aufgrund Konkurrenzfähigkeit an grenznahe Verhältnisse anzupassen, ist für mich auch kein Argument. Beispiel Rheincenter: nur der Marktkauf hat bis 22 Uhr geöffnet, die anderen Geschäfte schließen um 20:00 Uhr. Der Aldi in Weil schließt um 21:00 Uhr, Aldi Suisse um 20:00 Uhr. Die Gründe, warum Schweizer abends noch grenznah einkaufen fahren, vermute ich eher bei den Preisen und weniger in den Öffnungszeiten.

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