OP, Teil 2: Back at Home

So, ich bin also um ein Stückchen Bandscheibe leichter.. Komisch, dass mich niemand gefragt hat, ob ich das Corpus Delicti in ein bisschen Formaldehyd mit nach Hause nehmen will… Aber vielleicht schaue ich auch zu oft Criminal Minds, dass ich auf solche Ideen komme..

Als ich aus der Narkose erwachte, lag mein treuer Begleiter brav auf meinem Bauch und wartete auf mich..

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Kurz darauf wurde ich bereits ins Zimmer zurück chauffiert.. Heutzutage wird die Narkose viel ja besser auf die Patienten eingestellt, man ist nicht mal annähernd so lange bedröppelt.. Ich konnte am gleichen Tag schon wieder aufstehen, um zur Toilette zu „gehen“..  Natürlich nur mit Verstärkung und Hilfe meines Ferraris…

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Äusserst praktisch, diese Dinger! Man kommt sich damit zwar schon ein bisschen vor, als ob man geradewegs in Richtung Altersheim rollt…  Glücklicherweise gings am zweiten Tag schon ohne die Stützräder. Einfach laaangsaaam… Dies scheint auch mein Mantra für die nächste Zeit zu sein.. Der Physiotherapeut, der altermässig locker mein Sohn hätte sein können ( ja ich bin alt!) hat mir genau erklärt was und wie ich mich in den kommenden Wochen zu verhalten und zu bewegen habe.. Was ich darf und was nicht. Nun ist es zugegebenermassen nicht unbedingt meine Stärke, mir sagen zu lassen was ich darf und was nicht.. Aber hier werde ich natürlich brav den Rat und die Anweisungen der Profis befolgen! Habe Null Bock, mich innert kürzester Zeit wieder unters Messer zu legen, nur weil ich dumm und starrköpfig war..

Während den ersten zwei Tagen blieb die Infusion noch in meiner Hand, damit mir die Schmerzmittel direkt injiziert werden konnten.. yeeaaah… Ganz ehrlich, ich verstehe Menschen, die eine Schmerzmittel-Abhängigkeit entwickeln. Dieses Gefühl, wenn man so starke Schmerzen hat, dass man fast die Wände hochgeht, dann kriegt man eine Spritze und wuusch… man spürt nur noch wohlige Wärme und null Schmerz .. Aber ich habe lange genug in einer Apotheke gearbeitet und habe erschreckend viele Leute erlebt, die süchtig nach solchen Substanzen waren… Ich nehme auch jetzt lieber eine Tablette weniger als mehr….Und nun geht’s ja auch wieder den üblichen Weg, was meinen Magen leider nicht gerade in Hochstimmung versetzt..

Am fünften Tag haben sie mich dann rausgeschmissen.. äh nach Hause gelassen, im Gepäck mit dabei die Gebrauchsanweisung für meinen restaurierten Rücken und ein Rezept für ein paar leckere Dinge, die farbenfrohe und entspannte Abende versprechen..

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So, da bin ich nun wieder zu Hause und muss jetzt rausfinden, was ich wie am besten handle. Da ich alleine lebe, stört es auch keinen, wenn ich das eine oder andere ein Weile gar nicht mache.. Wie zum Beispiel staubwischen.. Wird mir wirklich fehlen…. 😉😬

Einiges lässt sich jedoch nicht allzu lange aufschieben, wie waschen, einkaufen oder den Geschirrspüler ein- und ausräumen. Da der Physiomensch gesagt hat, dass ich Rotationsbewegungen zumindest anfangs möglichst vermeiden sollte, muss ich mich selbst bei den alltäglichsten Dingen konzentrieren.. Bücken um was aufzuheben darf ich nur in der „Hochschwangeren-Stellung“..  Ausserdem muss ich mich täglich auf einen Spaziergang begeben, um mobil zu bleiben. Da ich im dritten Stock ohne Lift wohne, überlege ich mir jeweils gut, wann und wohin ich gehe und was ich eventuell mit besagtem spazieren verbinde.. Einige Turnübungen, wenn man dem dann so sagen darf, habe ich auch in Auftrag bekommen, alles mit Vorsicht, Bedacht und stabilem Becken.. Alle Mädels mit Pilates Erfahrung wissen, wovon ich spreche..

Ok, da stehe ich nun und versuche, mir die Hose mit der Grillzange hochzuziehen. Falls sich jemand fragt;  Ja, es sieht bescheuert aus und nein, es funktioniert nicht. Ich kann die Zange jedoch für anderes benutzen, zum Beispiel wenn mir was runterfällt. Und mir fällt sehr oft was runter.  Manchmal stehe ich da und überlege, ob das vor der Narkose auch schon so war… Die Zange ist auch praktisch, wenn ich mich gegen hungrige Raubtiere zur Wehr setzen muss…

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Alles in allem dauerts einfach einige Tage, bis man weiss, wie man die alltäglichen Dinge am besten erledigt! Und ich habe ja auch liebe Menschen um mich herum, die mir auch mal helfen, wenn nötig ist. Da ich, wie schon gesagt alleine lebe, gibt’s aber auch Sachen, die wirklich mühsam sind.. Wie zum Beispiel duschen.. also ich meine nicht den Vorgang an sich, sondern das Pflaster, das über der Wunde klebt.. Das wurde bei meiner Entlassung aus dem Spital zwar noch erneuert und eine wasserfeste Variante drübergeklebt mit der Versicherung:  “ So, das hält jetzt bis Sie in 12 Tagen die Klammern rausnehmen können…“ Aha… Tja nun, leider ist grad ein bisschen Hochsommer… Klar, ich mache meine Spaziergänge eigentlich immer erst Abends (bin ja eine Eule..) und verschanze mich in der heissesten Zeit des Tages in meiner einigermassen kühlen Wohnung. Aber trotzdem muss ich ja raus und komme also auch mal ins schwitzen.. Geht relativ schnell im Moment.. Ich muss also etwas öfters duschen und vor allem Haare waschen.. Ich hasse ungewaschene Haare! Selbst wenn ich nur alleine zu Hause rumsitze! Ich kann nur sagen, man wird erfinderisch…

Problematisch ist eigentlich nur dieses Pflaster. Da die Narbe ziemlich weit unten ist (OP war an den Lendenwirbel L4/L5) und ich keine Rotationsbewegung machen sollte, komme ich selber schlecht ran. Und da meine Hose immer daran schubbert, hat sich der Rand auch relativ schnell etwas gelöst, heisst, es ist nicht mehr ganz wasserdicht.. Hmmm, eigentlich sollte so früh kein Wasser an die Narbe kommen.. Ich also in die Apotheke meines Vertrauens gekrochen. Gehen kann man dem, was ich im Moment fabriziere nun wirklich nicht sagen.. Hab das Problem geschildert und ohne viel Tamtam wurde mir angeboten, dass ich mit dem neuen Pflaster zu ihnen kommen könne, dann würden sie es mir wechseln.

Also das nenne ich mal einen Top Service!!!

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Mal schauen, wie sich das so entwickelt…

 

 

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3 Kommentare

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  1. weiterhin alles Gute

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  2. Im dem Fall wünsche ich dir mal gute und schnelle Besserung. Pass auf dich auf! Lieben Gruss aus Basel- Dörthe

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