Panzer auf dem Vormarsch

Zugegeben, vielleicht ist der Titel angesichts der weltweit schwelenden Krisen und Kriegen etwas suboptimal..

Ich spreche hier natürlich nicht von richtigen Panzern, sondern von den allgegenwärtigen SUV’s, die mittlerweile ja Dimensionen eines mittelgrossen Raddampfers erreichen.

suv

Man liebt sie oder man hasst sie! ( also die SUV’s, nicht die Radfampfer…)

Mir persönlich wäre ein solches Gefährt viel zu gross ( also die SUV’s….), denn ich bin meist alleine unterwegs, was meine Öko-Bilanz leider nicht gerade rosig macht, ich weiss.. Aber wenigstens kann ich sagen, dass mein kleiner Citroën einen sehr niederen Verbrauch hat. Und übrigens kann man damit sogar ein Fahrrad transportieren, wenn auch mit herunterklappen der Rücksitze… Also, das Argument, es habe zuwenig Platz in kleinen Flitzern, darum brauche Mann/Frau ein mobiles Kreuzfahrtschiff auf Rädern, zieht bei den meisten nicht! Denn die wenigsten müssen ausser sich selbst noch sämtliche Instrumente der Wiener Philharmonie transportieren! Aber die Golfschläger brauchen halt auch Platz, das versteh ich natürlich…

Manch böse Zungen behaupten ja gerne mal, je grösser das Auto, desto kleiner das Hirn.. oder wars was anderes…..??

Es ist ja hinlänglich bekannt, dass diese Grosskotzkutschen oft von den „Herren“ der Schöpfung gefahren werden. Und JA, das sollte sarkastisch klingen, weil auch so gemeint! Meiner Meinung und Erfahrung nach verdient sowieso ein grosser Teil der Männer diese Bezeichnung keinesfalls.. Was jedoch noch keinen je daran gehindert hat, sich wie Gott persönlich aufzuführen. (und hiermit entschuldige ich mich bei ALLEN LIEBEN UND TOLLEN MÄNNERN, die sich bitte bitte nicht betroffen fühlen dürfen und sollen! Ich weiss, es gibt Euch! Und Ihr wisst, welche Exemplare eurer Spezies ich meine!!)

Natürlich werden die mobilen Panzersperren auch von Frauen gefahren. Zum Beispiel von Müttern mit EINEM Kleinkind, das locker in ein Schliessfach am Flughafen passen würde . ( NEIN, ich habe es NICHT ausprobiert, ist eine Schätzung meinerseits..) Völlig überfordert mit diesen Ufo’s parkieren sie dann mit Vorliebe über zwei Parkfelder, fahren im Schritttempo durch die Stadt, in stetiger Angst, einen Fussgänger, Fahrradfahrer oder auch nur ein normal grosses Auto zu übersehen.

Ist auch so ein Phänomen… Kaum ist Mutti schwanger, muss ein Van oder eine andere Riesenkutsche angeschafft werden.. Obwohl.. Angesichts der heutigen Kinderwagen, die gut und gerne die Masse eines Rettungsbootes der Queen Mary erreichen, eigentlich auch kein Wunder.. ( so langsam gehen mir die Vergleiche aus..)

Zurück auf die Strassen..vorallem auf die Autobahnen..

Jede(r) der ein kleines oder auch nur annähernd normal grosses Auto fährt, kennt das Problem. Spätestens nach 5 Minuten klebt einer dieser Panzer am Heck! Und ich meine es wortwörtlich! Von Bremswegen oder Sicherheitsabstand haben diese Spasten definitiv noch nie was gehört.

Je nach Verkehrsaufkommen hat man als Opfer keinerlei Möglichkeit, die Spur zu wechseln.. Und ich sage, resp. schreibe mit voller Absicht „Opfer“.. Denn so fühlt man sich irgendwann zwangsläufig, wenn man in Rückspiegel schaut und den Typen hinter sich so nahe dran hat, dass man seine Nasenhaare zählen könnte. Mal ganz abgesehen davon, dass so nah auffahren brandgefährlich ist, grenzt es meiner Ansicht nach an Nötigung und sollte viel härter bestraft werden. Der Vordermann (oder Frau) wird so lange drangsaliert, mit Lichthupen bombardiert oder mit penetrant links gesetztem Blinker dazu gedrängt, die Spur zu wechseln. Ob gerade Platz ist dort oder obs nach dem Überholen tatsächlich schneller weitergeht für diese Vollpfosten, interessiert scheinbar überhaupt nicht! Hauptsache, das Ego kriegt ein Leckerli, weil man einen Kleinen zur Seite gedrängt hat..

Hat irgendwie Ähnlichkeiten mit den Kindergarten- oder Primarschul Rowdys, mit denen die meisten von uns öfters zu kämpfen hatten…

Aber hey, wenn man halt ein VIP (Völlig Idiotische Pappnase) ist, dann hat man natürlich auch höchst wichtige und dringlichste Termine, die unbedingt eingehalten werden müssen.. Und dann ist es selbstverständlich äusserst ärgerlich, wenn der gewöhnliche Pöbel dummerweise zur selben Zeit unterwegs ist… Mit ihren lächerlich kleinen Bonbons auf Rädern…

Aber mal im Ernst. In Zeiten, in denen der Individualverkehr stetig wächst, immer mehr Menschen mobil sein wollen oder vielleicht, je nach Beruf, auch müssen, stetigem Parkplatzmangel, verstopften Strassen in den Städten, Diskussionen über Lärmemissionen… Ganz zu schweigen von den Umweltaspekten!  Da erscheint es mir doch verhältnismässig unklug, nein absolut unverantwortlich, dass immer mehr dieser Monster gekauft werden!

Auch hier haben wir Konsumenten die Möglichkeit, diesem Trend Einhalt zu gebieten, indem wir nur noch der tatsächlichen Notwendigkeit entsprechend Autos kaufen. Es ist wie beim Pelz, wenn der Scheiss nicht mehr gekauft werden würde, wäre endlich Schluss mit dieser grauenhaften Tierquälerei!! Die Nachfrage bestimmt, was hergestellt wird!

Dass jemand, der einen Wohnwagen oder Pferdeanhänger ziehen muss, ein grösseres Auto benötigt als Mister Oberwichtig, der einfach von A nach B muss, ist ja wohl klar.

Das Problem ist, dass Autos immer noch als Statussymbol betrachtet werden. Jedenfalls von dem Typ Fahrer, den ich hier beschrieben habe. Das ist gleichzeitig lachhaft als auch traurig.

Daran ist zum Teil auch die Werbung schuld. Da wird vermittelt, dass Man(n) unbedingt ein bestimmtes Auto braucht, um, was weiss ich… Frauen aufzureissen, im Regen durch Pfützen zu fahren (haben wir als Kinder schon gemacht… einfach mit Gummistiefeln, statt mit Offroadern..) oder „sich richtig frei zu fühlen“

Entschuldigung? Brauchen wir wirklich einen leblosen Metallhaufen, um uns frei zu fühlen?? Ok, natürlich habe ich mit einem Auto eine gewisse Freiheit, weil ich nicht an bestimmte Fahrzeiten  wie bei den ÖV gebunden bin. Aber wenn ich mir diese Werbespots so anschaue, geht’s den Herstellern nicht um diese Art Freiheit.

Sie suggerieren, dass Man(n) mit dem Kauf eines solchen Gefährts das Abenteuer und die Action in sein Leben bringt. Leute, wer tatsächlich glaubt, dass man DAS mit einem AUTO erreicht, der braucht definitiv einen Besuch bei einem guten Psychiater! Und keinen SUV!!

Männer, wenn ihr Action und Abenteuer am Limit sucht, geht Samstags zu Ikea, aber hört auf, unschuldige Autofahrer zu belästigen!

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